Alleinerziehende Mütter und Väter - Potenzial statt Problem

Der Anteil alleinerziehender Eltern ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinu-ierlich angestiegen. In rund einem Viertel aller Familien mit Kindern in Deutsch-land lebt mittlerweile nur ein Elternteil.

Alleinerziehende haben hohe Qualitätsansprüche
In der 3. JAKO-O Bildungsstudie finden sich keinerlei Anzeichen dafür, dass „Ein-Eltern-Familien“ in ihrer Erziehungsleistung als „Problemfamilien“ zu betrachten seien. Die Kinder erhalten ebenso viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und auch direkte Lernunterstützung wie in anderen Familienformen.

Tatsächlich haben Alleinerziehende sogar hohe Qualitätsansprüche und einen kritischen Blick für notwendige Verbesserungen. Sie sind außerdem bereit, Schule mit den Lehrkräften und anderen Eltern gemeinsam aktiv mitzugestalten. Dieses Potenzial scheint bislang noch nicht ausgeschöpft zu werden.

Bedarf an Ganztagsbetreuung
Natürlich sind insbesondere berufstätige alleinerziehende Mütter und Väter auf schulische Ganztagsbetreuung angewiesen. Hier klaffen aber Wunsch und Realität weit auseinander.

Prof. Dr. Marianne Horstkemper, Universität Potsdam
„Selbst vollzeitbeschäftigte Alleinerziehende werden bei der Vergabe der immer noch knappen Ganztagsplätze offensichtlich kaum bevorzugt.“

Immer mehr Kinder besuchen eine Ganztagsschule. Und doch gibt es noch immer viel zu wenig Plätze. Bei den Alleinerziehenden klafft eine Lücke von 30 % zwischen Wunsch und Wirklichkeit.