Großes Versorgungsdefizit bei Ganztagsschulen

Seit 2001 werden in allen Ländern der Bundesrepublik die Ganztagsschulen ausgebaut. Zwischen 2002 und 2014 ist der Anteil der Schüler (Primar- und Sekundarstufe I), die eine Ganztagsschule besuchen, von 10 % auf 39 % gestiegen.
Noch steiler gestiegen ist allerdings der Wunsch der Eltern, ihr Kind auf eine Ganztagsschule zu schicken. 70 % der Eltern wünschen sich für ihr Kind eine Ganztagsschule. Insgesamt gehen somit 31 % aller Eltern leer aus. Positiv: Die Versorgungslücke ist in den beiden letzten Jahren kleiner geworden.

31 % der Eltern wünschen sich einen Ganztagsschulplatz für ihr Kind, bekommen aber keinen.

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, Universität Bielefeld
„Es ist dringend erforderlich, den Ganztagssektor weiterhin kräftig auszubauen. Dabei darf auch die qualitative Verbesserung der bestehenden Angebote nicht vergessen werden.“

Deutliche Qualitätsmängel
Zwar bescheinigen die Eltern insbesondere den gebundenen Ganztagsschulen deutliche pädagogische Vorteile (so beim Lehrerengagement) gegenüber den Halbtagsschulen. Zugleich sehen sie aber ganz erheblichen Verbesserungsbedarf. Dies gilt insbesondere für die individuelle Förderung der Schüler (42 %), die Verknüpfung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten (30 %) und für die Haus-aufgabenbetreuung (30 %).