Gegen Früheinschulung und frühen Übergang

Der „PISA-Schock“ im Jahr 2000 hat Bewegung in das deutsche Schulwesen gebracht. Als eine Maßnahme wurde daher die Vorverlagerung der Einschulung beschlossen. Thema vieler Diskussionen ist seitdem auch die Dauer der Grundschule. Wie stehen die Eltern schulpflichtiger Kinder zu diesen beiden Themen?

Kein Unterricht im Kindergartenalter
Leistungsdruck wird von den Eltern insbesondere bei Schulanfängern kritisch gesehen: Die Früheinschulung von Kindern unter sechs Jahren wird von einer erdrückenden Mehrheit (86 %) abgelehnt.

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, Universität Bielefeld
„Eltern verteidigen entschieden eine spielerische Kindheit gegen alle Versuche, das schulische Lernen vorzuziehen.“

Abgelehnt: Einschulung von Kindern unter sechs Jahren

Auf die Frage, ob Kinder erst eingeschult werden sollten, wenn sie sechs Jahre alt sind, haben die Eltern eine eindeutige Antwort.

Für längere Grundschulzeit
Auch bei der Frage nach der Dauer der Grundschule beziehen die Eltern eindeutig Stellung: Nur 24 % befürworten den Übergang zur Sekundarstufe nach der 4. Klasse. Drei Viertel der Eltern möchte den Kindern mehr Zeit für das gemeinsame Lernen einräumen: Die Mehrheit (58 %) plädiert für eine sechsjährige, 17 % sogar für eine neunjährige Grundschule.

Dauer der Grundschule