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Im Auftrag von JAKO-O hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Januar und Februar 2014 bundesweit 3.000 Eltern in Deutschland mit Kindern im Alter bis zu 16 Jahren zu den Themen Bildung, Schule, Lehrer und der eigenen Erziehungsleistung sowie zu aktuellen Themen der bildungspolitischen Diskussion befragt. Die Studienergebnisse wurden am 10. September 2014 auf einer Pressekonferenz in Berlin präsentiert:

Die wichtigsten Ergebnisse der 3. JAKO-O Bildungsstudie im Überblick:

  • Starke Kritik an der Bildungspolitik: Eltern halten das deutsche Schulsystem für stark reformbedürftig. Sie fordern Chancengleichheit, Sicherung der Grundbildung – auch für die Lernschwachen – und individuelle Förderung. Sie erwarten in allen Bundesländern gleiche Bedingungen und kritisieren den schulischen Leistungsanspruch. Das Fatale: Es sind gerade die wichtigsten Ziele, die sie am wenigsten umgesetzt sehen. hier weiterlesen »
  • Fast alle wollen Zentralabitur: Eine überwältigende Mehrheit der Eltern (92 %) spricht sich für ein bundesweites Zentralabitur aus. Die Eltern sehen darin einen wesentlichen Beitrag zu einem gerechten Schulsystem, in dem Leistungen tatsächlich vergleichbar sind. hier weiterlesen »
  • G8-Abitur fällt durch: Acht von zehn Eltern (79 %) bevorzugen für ihr Kind einen G9-Bildungsgang. Interessant: Vergleicht man die Schulerfahrungen von G8- und G9-Eltern, so finden sich – auch bei der Stressbelastung der Kinder – kaum Unterschiede. hier weiterlesen »
  • Grundschulzeit – nicht zu früh, dafür lange gemeinsam: Die Früheinschulung von Kindern unter sechs Jahren lehnt eine erdrückende Mehrheit der Eltern (86 %) ab. Auch bei der Frage nach der Dauer der Grundschule ist das Votum der Eltern eindeutig: Mehr als 70 % sind dafür, den Übergang in die Sekundarstufe zeitlich hinauszuschieben. Die meisten Eltern (58 %) plädieren für eine sechsjährige, 17 % sogar für eine neunjährige Grundschule. Nur 24 % befürworten den Übergang nach der 4. Klasse. hier weiterlesen »
  • Ganztagsschulen Versorgungsdefizit und Verbesserungsbedarf: 70 % der Eltern möchten ihr Kind auf eine Ganztagsschule schicken. Diese hohe Nachfrage wird zurzeit in keinem Bundesland gedeckt. 39 % aller Kinder besuchen bereits eine Ganztagsschule. Insgesamt können somit 31 % der Wünsche nicht erfüllt werden. Zudem sehen Eltern erheblichen Verbesserungsbedarf der Qualität an Ganztagsschulen. hier weiterlesen »
  • Privatschulen - exklusive Einrichtungen: Jedes achte Kind in Deutschland besucht eine Privatschule. Die Mehrheit der Eltern, deren Kind eine öffentliche Schule besucht, betrachten Privatschulen als exklusive Einrichtungen, die die soziale Ungleichheit verschärfen (67 %). Dies meinen auch 41% der Eltern, deren Kind eine Privatschule besucht. hier weiterlesen »
  • Inklusion – Fortschritte und Skepsis: 9 von 10 Eltern meinen, dass die nicht behinderten Kinder durch das gemeinsame Lernen mit behinderten Kindern in ihrem Sozialverhalten profitieren. Knapp die Hälfte (46 %) befürchtet eine Bremswirkung auf deren Lernen. Bei der Befürwortung der Inklusion, scheint Art der Behinderung entscheidend zu sein. Die meisten Eltern (71 %) glauben, dass behinderte Kinder in Sonderschulen besser gefördert werden. Dass Inklusion auch an Gymnasien gelingen kann, glauben nur wenige Eltern. hier weiterlesen »
  • Mehr Eltern möchten sich beteiligen:Fast 60 % der Befragten würden sich gerne noch stärker in schulische Belange einbringen. Scheinbar hat das Schulklima großen Einfluss auf die Bereitschaft der Eltern mitzuwirken: Ein gutes Schulklima fördert das Engagement. hier weiterlesen »
  • Eltern sehen sich als Hilfslehrer: Zwei Drittel der Eltern (66%) erarbeiten mit ihrem Kind Lerninhalte, rund drei Viertel kontrollieren Hausaufgaben (73 %) oder helfen gezielt vor Klassenarbeiten und Referaten (77%). Eltern, denen im Allgemeinen ein geringeres Engagement nachgesagt wird (niedriger Bildungsabschluss, Migrationshintergrund, Väter, Vollzeitbeschäftigte), unterscheiden sich in ihrem Engagement nicht von anderen Eltern. Teilweise ist ihr Engagement sogar größer. hier weiterlesen »
  • Alleinerziehende haben hohe Qualitätsansprüche: Alleinerziehende haben hohe Qualitätsansprüche und einen kritischen Blick für notwendige Verbesserungen. Es finden sich keinerlei Anzeichen dafür, dass „Ein-Eltern-Familien“ in ihrer Erziehungsleistung als „Problemfamilien“ zu betrachten seien. Die Kinder erhalten ebenso viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und auch direkte Lernunterstützung wie in anderen Familienformen. hier weiterlesen »

Alle Ergebnisse und Informationen zur 3. JAKO-O Bildungsstudie als PDF zum Download

Bilder zur Pressekonferenz zur 3. JAKO-O Bildungsstudie am 10.09.2014