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Leben mit Baby und Kleinkind

Infos und Tipps für den Alltag
Leben mit Baby und Kleinkind

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Nichts und niemand kann uns darauf vorbereiten, Eltern zu sein. Das merken Mütter und Väter von Anfang an – und immer wieder im Laufe der ersten Jahre. Es gibt wunderschöne Momente, viele Fragen und die unzähligen Herausforderungen, die der Alltag mit Baby bereithält. Nicht immer gibt es eindeutige Antworten, für nicht jedes Problem eine schnelle Lösung.

Fast alle Eltern sind hin und wieder verunsichert. Hier unsere drei Erste-Hilfe-Tipps:

  1. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl – das funktioniert oft zuverlässiger, als Sie erwarten
  2. Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihres Kindes – und weniger auf das, was Ratgeber vorschlagen
  3. Gehen Sie den Alltag mit einer großen Portion Gelassenheit an – und etwas Pragmatismus kann auch nicht schaden

Wir haben Ihnen darüber hinaus ein paar hilfreiche Infos zusammengestellt, was Sie in den ersten Jahren mit Baby und Kleinkind erwartet.

Die Entwicklungsphasen – wann lernt mein Kind was?

Die ersten Jahre mit Kind vergehen wie im Flug. Vom winzigen, hilflosen Neugeborenen entwickelt sich Ihr Baby schnell zu einem lebhaften, aufmerksamen kleinen Menschen. Das erste Lächeln, die ersten Schritte, das erste Wort – viele Eltern können diese Meilensteine kaum erwarten. Das Entwicklungstempo ist von Baby zu Baby unterschiedlich und je älter Ihr Kind wird, desto größer werden die Zeitspannen für bestimmte Entwicklungsschritte.

  • Das erste Lächeln: Zwischen dem 2. und 3. Lebensmonat beginnt Ihr Baby Sie bewusst anzulächeln – ein Highlight, das viele Eltern die unruhigen ersten Wochen schnell vergessen lässt.
  • Augenfarbe: Hellhäutige Babys kommen meist mit bläulich schimmernden Augen zur Welt. Mit etwa 6 Monaten beginnt sich die Farbe zu ändern und spätestens mit 12 Monaten haben Kinder ihre endgültige Augenfarbe.
  • Der erste Zahn: Es gibt Babys, die schon mit einem Zähnchen im Mund geboren werden. In der Regel brechen die ersten Zähne aber ab dem 5. oder 6. Lebensmonat durch. Keine Sorge, wenn es länger dauert: Einige Baby bekommen erst mit 10 Monaten Zähne.
  • Brei essen: Experten empfehlen, zwischen dem 5. und 7. Monat mit dem ersten Brei zu beginnen. Der Zeitpunkt des Abstillens richtet sich danach, wie lange Mama und Baby Lust aufs Stillen haben. Die meisten hören bis Ende des ersten Lebensjahres damit auf.
  • Mit ca. 8 Monaten können Babys selbständig sitzen
  • Selbstständig sitzen: Zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat lernen Babys, sich selbstständig hinzusetzen und sicher zu sitzen. Setzen Sie Ihr Baby besser nicht hin, bevor es sich allein in die Sitzposition bringen kann.
  • Krabbeln: Die ersten Krabbelversuche machen Babys meist zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat. Einige überspringen das Krabbeln und robben oder rollen, bis sie sich direkt aufstellen und die ersten Schritte wagen.
  • Laufen: Mit 9 oder 10 Monaten beginnen viele Babys, sich an Gegenständen hochzuziehen und sich eigenständig daran entlang zu hangeln. Bis zu den ersten Schritten kann es noch dauern – aber bis zum 18. Lebensmonat haben die meisten Babys laufen gelernt.
  • Sprechen: Die ersten mehrsilbigen Laute, etwa ab dem 7. Monat, klingen schon verdächtig nach „Mama“ oder „Papa“ – bewusste Worte sprechen die meisten Babys aber erst zwischen dem 9. und 14. Lebensmonat. Mit 18 Monaten verwenden sie schon mindestens 50 Worte und verstehen wesentlich mehr.
  • Durchschlafen: Wann Kinder durchschlafen, ist nicht nur eine Frage ihrer Entwicklung, sondern hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Es gibt Babys, die mit einem halben Jahr schon sechs oder mehr Stunden am Stück schlafen. Aber eben auch Kinder, die mit drei oder vier Jahren noch regelmäßig nachts wachwerden. Nach einer Umfrage schläft mit einem Jahr etwa ein Drittel der Babys durch.
  • Sauber werden: Mit eineinhalb bis zwei Jahren entwickeln Kinder ein Gespür für ihre Blasenfunktion und beginnen sich für das Töpfchen zu interessieren. Wann Kinder ohne Windel auskommen, ist sehr unterschiedlich und lässt sich auch mit viel Übung nicht beschleunigen – einige Kinder sind mit drei, andere mit vier oder fünf Jahren soweit.

Was braucht mein Kind?

Die Zeit mit Baby und Kleinkind ist wunderschön, aber manchmal eben auch mit Verunsicherung verbunden. Vielleicht ist der Alltag mit Kind ganz anders als erwartet – und vielleicht reagiert Ihr Kind in bestimmten Situationen anders, als Sie es „geplant“ haben. Einige Kinder sind offen und neugierig, andere eher zurückhaltend und vorsichtig, einige suchen ständig die Nähe zu Mama und Papa, andere beschäftigen sich am liebsten allein oder mit anderen Kindern. Manche Kinder neigen zu Wutausbrüchen, wieder andere weinen schnell oder bekommen Angst.

Fast alle Eltern bewegen die grundlegenden Fragen, wie Sie am besten auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen können:

  • Wie viel Aufmerksamkeit braucht mein Kind, was ist zuviel des Guten?
  • Wie kann ich meinem Kind Ängste nehmen?
  • Wie kann ich es in seiner Persönlichkeit unterstützen und fördern?
  • Wie bereite ich mein Kind auf Krippe, Kita etc. vor?
  • Wie viel Kontakt mit Freunden braucht mein Kind und wann?

Auch, wenn es viele Eltern anfangs verunsichert, das zu hören:
Was Ihr Kind braucht, wissen Sie selbst am besten.
Damit ist nicht gemeint, dass Sie in allen Streitfragen rund um Kinderernährung und Kindererziehung auf Ihre Kompetenz als Mutter oder Vater beharren sollen. Vielmehr ist es das Bewusstsein, dass Sie Ihr Kind und seine Persönlichkeit besser kennen als jeder andere. Achten Sie in jedem Alter auf die Signale, die Ihnen Ihr Kind gibt – und verlassen Sie sich ruhig hin und wieder auf Ihr Bauchgefühl.

Wann schläft mein Baby endlich durch?

Die Frage, die alle Eltern bewegt – und die sich einfach nicht eindeutig beantworten lässt. Einschlaf- und Durchschlaftipps gibt es reichlich – nur leider kein Patentrezept. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle für das Schlafverhalten Ihres Babys. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie den Schlaf Ihres Babys unterstützen können. Der wichtigste Ratschlag ist und bleibt aber: Geduld haben – und durchhalten.

  • Geregelter Tagesablauf: Auch, wenn es nicht besonders spannend ist – ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten für Essen, Mittagschlaf oder Spaziergängen gibt Ihrem Kind Sicherheit und erleichtert es ihm, sich auf die Nacht einzustellen.
  • Feste Einschlafrituale: Vor dem Schlafengehen ein Buch oder ein Lied, gemeinsames Kuscheln, ein Nachtlicht oder eine Spieluhr, die noch eine Weile läuft, signalisieren, dass der Tag zu Ende geht und helfen Ihrem Kind, zur Ruhe zu kommen.
  • Schlafumgebung: Eine Temperatur um die 18° C ist ideal. Wenn sich alle dabei wohlfühlen, darf das Baby auch mit ins Elternbett.
  • Ernährung: „Wenn dein Baby abends richtig satt ist, schläft es die Nacht auch durch“ – den Satz haben viele müde Eltern schon gehört. Tatsächlich macht es aber wenig Sinn, ein Kind abends „abzufüllen“, damit es besser schläft. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Kinder nachts aufwachen und allzuviel oder zu nahrhafte Nahrung zur Nacht kann den Schlaf sogar stören.
  • Ausnahmen und Rückschläge: Auch wenn Kinder schon eine Weile durchschlafen, kann es immer wieder zu unruhigen Nächten kommen, auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Zähnchen schmerzen, der Tag war zu aufregend oder es findet sich überhaupt kein offensichtlicher Grund. Hier hilft nur abwarten – vielleicht bleibt am Tag Zeit für ein kleines Nickerchen, um neue Kraft zu sammeln.

Wichtig für alle Eltern: Sich selbst nicht vergessen

Gerade in der Anfangszeit rücken die eigenen Bedürfnisse vollkommen in den Hintergrund. Aber der anstrengende Alltag mit Baby und Kleinkind lässt sich um einiges leichter bewältigen, wenn sie hin und wieder für eine Mini-Auszeit sorgen. Manchmal reichen schon ein paar Stunden ganz allein oder mit Freunden, um neue Kraft zu tanken – und natürlich brauchen Paare auch hin und wieder Zeit zu zweit. Selbst, wenn Sie lange im Voraus planen und Babysitting organisieren müssen – gönnen Sie sich hin und wieder eine kleine Pause vom Elternsein.

Checkliste für den Alltag mit Babys und Kleinkindern

  • Einen geregelten Tagesablauf anstreben – und damit rechnen, dass er durcheinander gebracht wird
  • Gelassenheit im Alltag: Perfektionismus ist mit Baby und Kleinkind fehl am Platz – lassen Sie ruhig auch mal fünfe gerade sein
  • Kreativ sein: Gut ist, was funktioniert – wenn Ihr Baby nur im Auto einschläft oder sich nur vom Föhn-Geräusch beruhigen lässt, dann machen Sie es so
  • Nicht vergleichen: Weder Ihr Baby mit dem der Freundin, noch Geschwister untereinander – jedes Kind hat sein eigenes Tempo
  • Den Alltag ritualisieren – vom Wickeln über die Mahlzeiten bis zum Schlafengehen
  • Kleine Auszeiten einplanen: Schwierig und manchmal unmöglich – aber jedes Mal eine Frischekur für das Familienleben
  • Viel Geduld haben – und das Leben mit Baby und Kleinkind genießen