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Eingewöhnung in der Krippe – so klappt’s ohne Stress

Eingewöhnung in der Krippe

© 123RF

Die ersten Tage in der Krippe sind für Eltern mindestens genau so aufregend wie für ihre Kinder – und nicht selten mit Ängsten verbunden: Wenn es bei der Trennung Tränen gibt, wenn das Kind Mama oder Papa nicht gehen lassen will, dann fällt es schwer, die Eingewöhnung konsequent durchzuziehen. Dabei ist die Eingewöhnungszeit gar nicht so lang – nach zwei bis vier Wochen haben sich die meisten Kinder an die neue Situation gewöhnt und Vertrauen zu ihren Erziehern gefasst. Wir haben die wichtigsten Infos und Fakten rund um die Krippen-Eingewöhnung für Sie zusammengestellt und geben praktische Tipps, wie Eltern und Kinder möglichst stressfrei in den neuen Lebensabschnitt starten.

Krippen-Eingewöhnung – am besten immer passend zum Kind

  • Jede Krippe ist anders: Wie die Eingewöhnung in der Praxis aussieht, hängt zumindest zum Teil von der pädagogischen Ausrichtung der Krippe ab. Einige arbeiten mit einer Eingewöhnung nach dem sehr verbreiteten Berliner Modell oder nach dem Münchner Modell. Andere Einrichtungen gehen die Eingewöhnung weniger konzeptionell an, sondern lassen Eltern und Kinder entscheiden, wie lange sie für die Eingewöhnung brauchen.
  • Das Alter ist entscheidend: Die Krippen-Eingewöhnung läuft naturgemäß etwas anders ab als die Eingewöhnung in die Kita, weil die Kinder beim Krippenstart wesentlich jünger sind. Es ist nicht so leicht, ihnen klarzumachen, warum Mama und Papa weggehen und dass sie bestimmt wiederkommen. Viele Kinder kommen im Alter zwischen 10 und 14 Monaten in die Krippe, wenn sie gerade stark fremdeln – hier braucht es viel Geduld und Zuwendung für die Eingewöhnung. Bei Babys zwischen drei und sechs Monaten ist die Krippeneingewöhnung dagegen oft erstaunlich leicht, wenn sie noch nicht zu fremdeln begonnen haben.
  • Jedes Kind ist anders: Wie gut ein Kind mit der neuen Situation in der Krippe umgeht, hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von der Persönlichkeit des Kindes ab. Einige sind sehr neugierig und kontaktfreudig, andere eher zurückhaltend und erst einmal überfordert mit der Gruppe. Früher oder später findet aber jedes Kind seinen Platz und gewöhnt sich an den Krippenalltag.

Wie läuft die Eingewöhnung in der Krippe ab?

Es ist nicht leicht, die Eingewöhnungszeit pauschal zu beschreiben, da sie von Einrichtung zu Einrichtung anders gehandhabt wird. In den Grundzügen läuft die Krippen-Gewöhnung aber immer ähnlich ab. Typisch sind die verschiedenen Phasen, in denen die Trennungszeiten von den Eltern je nach Fortschritt des Kindes immer weiter ausgedehnt werden.

  • Vorbereitung: Die Eltern besuchen – mit oder ohne ihr Kind – die Krippe während der Öffnungszeiten und besprechen die Eingewöhnung mit den Erziehern. Falls die Eingewöhnung nach einem bestimmten Modell erfolgt, sollten die Erzieher die Eltern spätestens jetzt über alle Einzelheiten informieren.
  • Schnuppertag: Viele Krippen bieten einen Schnuppertag an, an dem ein Kind gemeinsam mit den Eltern am Krippenalltag teilnimmt und so schon einmal die neue Umgebung kennenlernen kann. Jetzt ist die richtige Zeit, um Fragen zu stellen oder besondere Bedürfnisse des Kindes im Alltag zu erwähnen.
  • Eingewöhnung: An den ersten Krippentagen ist ein Elternteil meist noch die gesamte Zeit mit in der Krippe, in der Regel für 2–3 Stunden.
  • Erste Trennung: Wenn das Kind etwas Vertrauen gefasst hat und sich in seiner Umgebung zunehmend sicherer fühlt, wird es das erste Mal für kurze Zeit von den Eltern getrennt. Je nachdem, wie es reagiert und ob es sich von seinen Erziehern beruhigen lässt, werden die Trennungszeiten langsam ausgedehnt oder es folgt eine kleine Pause bis zum nächsten Trennungsversuch.
  • Einleben im Krippenalltag: Nach einigen Wochen haben sich die meisten Kinder gut in der Krippe eingelebt und werden von den Erziehern mehr und mehr in die Gruppe und in den Krippenalltag eingebunden. Der Abschied von den Eltern fällt jetzt deutlich kürzer aus, auch wenn hin und wieder noch mit Tränen zu rechnen ist.
Eingewöhnung in der Krippe

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Tipps für die Krippen-Eingewöhnung

Halten Sie Tränen aus Niemandem fällt es leicht, das eigene Kind weinen zu sehen und erst recht nicht, es weinend in der Krippe zurückzulassen. Tränen und Geschrei sind während der Eingewöhnungszeit aber ganz normal. Ihr Kind ist in der Krippe gut aufgehoben, und wenn Sie beide durchhalten, ist die schwierige Eingewöhnungszeit bald geschafft.

Haben Sie Geduld Planen Sie ausreichend Zeit für die Eingewöhnungsphase ein. Wenn Sie schon in der kommenden Woche wieder arbeiten müssen, bedeutet das zusätzlichen Stress für alle Beteiligten. Jedes Kind ist unterschiedlich, und es ist schwer, im Voraus zu sagen, wie lange die Krippen-Eingewöhnung dauert.

Vertrauen Sie der Krippe Die Krippenerzieher sind professionell ausgebildet und haben viel Erfahrung in dem, was sie tun. Natürlich sollten Sie Ihr eigenes Bauchgefühl nie außer Acht lassen, wenn es um Ihr Kind geht. Aber vertrauen Sie auch auf die Kompetenzen und Ratschläge der Erzieher; das kann die Eingewöhnung sehr erleichtern.