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Öffentlicher oder privater Kindergarten – was passt zu uns?

Öffentlicher oder privater Kindergarten

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Bei der Wahl des Kindergartens für das eigene Kind können Eltern schon mal in Entscheidungsnot geraten: Hier der öffentliche Kindergarten gleich um die Ecke, da die private Einrichtung mit hervorragendem Personalschlüssel, wiederum dort die Elterninitiative, die den Eltern größtmögliches Mitbestimmungsrecht einräumt. Entscheidend für das Konzept einer Kita ist dabei fast immer der Träger: Er ist verantwortlich für Organisation, Finanzierung und Personal der Einrichtung und regelt die alltägliche Kita-Arbeit. Wir erklären den Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Kindergärten und stellen die verschiedenen Kita-Träger vor.

Wie unterscheiden sich die Kita-Träger?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen kommunalen Kindertagesstätten und Einrichtungen freier Träger. Nicht alle Kindergärten freier Träger sind private Kindergärten, aber alle privaten Kindergärten sind in der Regel in freier Trägerschaft. Darüber hinaus gibt es private gewerbliche Kitas, die kein Recht auf staatliche Bezuschussung haben und sich dementsprechend größtenteils über die Elternbeiträge finanzieren.

  • Kommunale/städtische Kindergärten: Der Großteil der Kitas in Deutschland sind kommunale Krippen und Kindergärten, die aus öffentlichen Mitteln der jeweiligen Stadt oder Gemeinde finanziert werden. Die pädagogische Ausrichtung und die Betreuungszeiten variieren und werden von der jeweiligen Kitaleitung bestimmt. Durch die Förderung aus öffentlichen Mitteln sind die Kindergartengebühren für die Eltern vergleichsweise gering.
  • Kindergärten freier Träger: Anstatt eine Kita selbst zu organisieren, kann eine Kommune die Trägerschaft für einen Kindergarten auch an freie Träger übertragen. Häufig sind das die Kirchen oder Wohlfahrtsverbände, aber auch Elterninitiativen und Vereine. Die freien Träger erhalten finanzielle Mittel von der Kommune, zahlen aber auch einen Eigenanteil, der in der Regel über die Elternbeiträge finanziert wird.
  • Betriebskindergärten: Auch Betriebskindergärten werden fast immer in Zusammenarbeit mit einem freien oder öffentlichen Träger organisiert, weil Unternehmen nicht als Kita-Träger anerkannt werden. Größere Betriebe haben oft einen Kindergarten mit eigenen Räumlichkeiten, kleinere Betriebe arbeiten eher mit öffentlichen Kitas zusammen und bekommen dort ein bestimmtes Platzkontingent.
  • Kindergärten gewerblicher Träger: Rein private Kindergärten werden nicht von der jeweiligen Kommune bezuschusst. Die Elternbeiträge sind dementsprechend höher. Kindergärten gewerblicher Träger verwalten ihre Mittel vollständig selbst und haben daher oft eine andere Ausrichtung als öffentliche Kindergärten.
  • Kirchliche Kindergärten: Für einen Kitaplatz in einer katholischen oder evangelischen Kindertagesstätte müssen die Eltern nicht Mitglied der Kirche sein. Sie sollten aber damit einverstanden sein, dass ihr Kind mit den christlichen Werten großgezogen wird und im Kindergartenalltag Gebete, Bibelgeschichten oder christliche Lieder kennenlernt. Vereinzelt sind christliche Kitas auch in die Gemeindearbeit eingebunden, z.B. bei Kindergottesdiensten.
  • Kindergärten freier Wohlfahrtsverbände: Die bekanntesten gemeinnützigen Träger sind das Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas oder der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die Kitas haben unterschiedliche pädagogische Konzepte, arbeiten aber immer unabhängig und selbständig. Die Weltanschauung der jeweiligen Organisation spielt je nach Einrichtung eine mehr oder weniger starke Rolle im Kita-Alltag.
  • Elterninitiativen: Elterninitiativen sind von Eltern gegründete und organisierte Kitas, die von der Kommune bezuschusst werden. Die Eltern sind für die Organisation und das Personal, für die betrieblichen Abläufe und das pädagogische Konzept selbst verantwortlich. Häufig haben die Eltern nicht nur großes Mitspracherecht, sondern auch einen hohen Anteil an Eigenarbeit, um z.B. Kosten für Putzkräfte oder einen Essensservice zu sparen.

Test: Welche Kita ist die richtige für uns?

Bei der Suche nach der richtigen Kita spielen praktische Gründe ebenso eine Rolle wie die Weltanschauung und die finanzielle Situation der Familie. Ein paar grundsätzliche Fragen können Ihnen bei der Entscheidung helfen.

Öffentlicher oder privater Kindergarten

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  • Wie wichtig ist mir ein ganzheitliches, konsequentes Erziehungskonzept?

    Viele private Kindergärten arbeiten nach bestimmten pädagogischen Konzepten wie Montessori, Emmi Pikler oder nach der Waldorfpädagogik. Auch bei freien Trägern gibt es diese Ansätze, in privaten Einrichtungen sind sie aber meist ausgeprägter.

  • Wie viel Mitspracherecht möchte ich in der Kindergartenarbeit haben?

    In öffentlichen Kindergärten gibt es meist einen Elternbeirat, der die Interessen der Eltern vertritt. In privaten Einrichtungen und Elterninitiativen haben Eltern mehr Mitbestimmungsrecht, dementsprechend gibt es häufiger Elternabende und mehr Diskussionen um die Kitaarbeit.

  • Wie stark kann/möchte ich mich im Kindergartenalltag engagieren?

    Hier gilt das gleiche wie beim Mitbestimmungsrecht. Private Kitas und Elterninitiativen erwarten einen großen Einsatz der Eltern, dementsprechend können aber auch viele Aktivitäten ermöglicht werden. Für Familien mit einem stressigen Alltag kann diese Erwartungshaltung zur Belastung werden.

  • Wie viel Geld kann/will ich für den Kitaplatz ausgeben?

    Grundsätzlich ist die private Betreuung teurer als ein öffentlicher Kindergarten. Aber auch bei den freien Trägern unterscheiden sich die Gebühren teilweise erheblich. Der Vorteil: Bei vielen Kindergärten in kommunaler und freier Trägerschaft sind die Gebühren nach Einkommen gestaffelt, Geringverdiener werden vom Staat entlastet.

  • Welche Gruppengröße wünsche ich mir für mein Kind?

    Kommunale Kindergärten sind meist größer als private Kitas. Sehr zurückhaltende Kinder fühlen sich in einer kleinen Gruppe mit höherem Betreuungsschlüssel wahrscheinlich wohler. Das ist am ehesten in einer privaten Einrichtung oder einer Elterninitiative gegeben.

  • Welche Betreuungszeiten brauchen wir?

    Kommunale Kindergärten bieten heute fast immer eine Ganztagsbetreuung an. Bei den privaten Kitas ist das noch sehr unterschiedlich, aber auch sie müssen der Nachfrage gerecht werden und haben zunehmend längere Öffnungszeiten.